Vision

Der Freistaat Thüringen wird digitale Innovationen in der grundlagenorientierten und anwendungsnahen Forschung und Entwicklung sowie den Wissenstransfer unterstützen. Flankiert wird dieser Prozess durch zielgerichtete Informationen der Fach- und allgemeinen Öffentlichkeit über die Bedeutung digitaler Innovationen.

 

Wesentliche Maßnahmen für die Forschung für digitale Innovationen

# Thüringen Campus für digitale Innovationen

Initiierung eines thematisch orientierten Pilotvorhabens durch Akteure der Wissenschaft und Wirtschaft zur Förderung digitaler Innovationen und deren Transfer.

# Förderprogramm ProDigital

Auflage eines Förderprogramms mit wettbewerblichem Verfahren, geringem bürokratischen Aufwand und Transferorientierung, das digitale Innovationen in der grundlagenorientierten und anwendungsnahen Forschung und Entwicklung stimuliert und unterstützt.

# Virtuelle Plattform „Expertfinder“

Aufbau einer dynamischen, automatisierten KI-Datenbank zur Erfassung
und Analyse vorhandener Kompetenzen in der Wissenschaft als Service für Unternehmen und Einrichtungen der Wissenschaft und Forschung.

# Kampagne Digitaler Wandel

Koordination und vermehrte Aktivitäten in der Öffentlichkeitsarbeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Information und Sensibilisierung der Fach- und allgemeinen Öffentlichkeit.


 

Die Thüringer Forschungs- und Innovationspolitik zielt auf eine Stärkung der Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Forschung und Entwicklung, um sie in die Lage zu versetzen, wissenschaft­liche Spitzenleistungen und nachhaltige Wertschöpfung zu erreichen. National und international wettbewerbsfähige Forschungsleistungen in Thüringen geben Impulse beim Wissens- und Technologietransfer und stoßen Innovations­prozesse an. Damit werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen in die Lage versetzt, sich erfolgreich an den nationalen und europäischen Forschungs­programmen zu beteiligen.

Wissenschaft und Forschung tragen in erheblichem Maße dazu bei, die Herausforderungen der Zukunft, etwa in den Themenbereichen der Gesundheit, der nachhaltigen Energieversorgung, des demografischen Wandels oder der neuen Technologien zu meistern. Dazu müssen insbesondere die digitalen Transformationsprozesse genutzt und weiterentwickelt werden.

In den letzten Jahren sind in Thüringen Forschungsschwerpunkte entstanden, die durch ein hohes Maß an wissenschaftlicher Exzellenz und durch eine enge Verflechtung mit den innovativen Wirtschaftszweigen Thüringens gekennzeichnet sind. Die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung verlaufen dabei fließend. Wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn und die Entwicklung innovativer Technologien gehen Hand in Hand. Beide Bereiche bedingen sich gegenseitig und müssen weiter nachhaltig gefördert werden.

Thüringens Forschungslandschaft ist geprägt durch eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen). Die Förderung von inter- und transsektoraler Kooperation stellt eine wesentliche Säule der Thüringer Forschungspolitik dar. Der Anwendungsbezug von Forschung und Lehre und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligten wird auf diese Weise gestärkt. Dabei wird auch die Akquisitionsfähigkeit der FuE-treibenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen verbessert, sodass mehr Mittel für die Durchführung von Forschung und Entwicklung eingeworben werden können. Bestehende und neue regionale Netzwerke in thematisch abgegrenzten Forschungs- und Technologiefeldern werden weiter aus- und aufgebaut. Neben den bestehenden erfolgreichen Forschungskooperationen und Clustern sollen dabei vor ­allem auch Vorhaben unterstützt werden, die in geeigneter Weise Schwerpunkte von Wirtschaftsfördermaßnahmen ergänzen.

Mit der Neustrukturierung und Neuauflage der nunmehr auf drei Richtlinien ­zusammengeführten Forschungs- und Technologieförderung hat das TMWWDG erfolgreich die Basis für eine integrierte Innovationspolitik des Freistaats gelegt. Insgesamt stehen dafür bis zum Jahr 2020 rund 300 Millionen Euro an Strukturfonds- und Landesmitteln bereit.

Über die „Richtlinie zur Förderung der Forschung“ wird die Förderung von Geräteinfrastruktur und wissenschaftlichen Forschungsvorhaben und damit der nachhaltige Ausbau von Forschungsschwerpunkten an wissenschaftlichen Einrichtungen in Thüringen unterstützt. Damit konnten die Bedingungen für Aktivitäten an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgebaut und deren Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit in nationalen und internationalen Programmen erhöht werden.

Die Richtlinie zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation zielt auf FuE-Kooperationen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen und den Transfer von FuE-Ergebnissen in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen ab, um so die Innovationsfähigkeit in der Thüringer Wirtschaft, insbesondere in den KMU, zu steigern. Durch Konzentration auf Spezialisierungs- und Querschnittsfelder werden der Innovationserfolg und die Marktfähigkeit neuer Produkte fokussiert.

Zur Gewinnung von Personal für Forschung und Entwicklung werden auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds eingesetzt, um so die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der KMU in Thüringen zu erhöhen und in einem stärkeren Maße hoch qualifizierte Fachkräfte an die Unternehmen zu binden.

Die Qualität der Forschung in Thüringen ist ein wesentlicher Standortfaktor. Die Existenz eines kreativen, innovativen und nachhaltig geförderten Umfeldes zieht Experten national und international an. Digitale Forschungsfelder und -ideen sollen daher künftig stärker gefördert, Zusammenarbeit verstärkt, Wissenstransfer mit neuen Technologien entwickelt und die Chancen der ­Digitalisierung sichtbar gemacht werden.

Als eine wesentliche Forderung der Forschungseinrichtungen in Thüringen wurde der kulturelle Wandel hin zum „Sharing“, dem Teilen von Daten und ­Informationen, genannt. Angefangen von einer Open-Access-Kultur (Publika­tion von Forschungsergebnissen in öffentlich zugänglichen Medien) bis hin
zur Kooperation in Innovationsprojekten.

Die entscheidende Rahmenbedingung aus Sicht der Wissenschaft ist eine flexible und unbürokratische Förderung, die auch den Mut hat, in ganz neuartige Forschungsvorhaben zu investieren. In diesem Kontext wurde als ein Maßnahmenvorschlag in der Säule „Transfer“ der „Innovationscampus“ entwickelt, in dem verschiedene Digitalisierungsthemen neuartig entwickelt und zur Umsetzung gebracht werden können. Bei diesem und weiteren Förderinstrumenten geht es darum, eine flexible Ausgestaltung zu ermöglichen und Pilotvorhaben in der Kooperation auch mit Unternehmen zu fördern.