Vision

Ziel ist es, dass das Thüringer Handwerk künftig stärker vernetzt in engen Kooperationen agiert und seinen Kunden damit neue, ganzheitliche Lösungen anbietet. Den Vorteil der räumlichen Nähe nutzt das Handwerk dabei zur persönlichen Ansprache seiner Kunden und kombiniert ihn mit Effizienzgewinnen aus digitalisierten Prozessen.

 

Wesentliche Maßnahmen für das Thüringer Handwerk

# Wettbewerb zur Digitalisierung des Handwerks

Im Rahmen des Wettbewerbs sollen Vorreiter-Unternehmen mit erfolgreich umgesetzten Digitalisierungsmaßnahmen prämiert und öffentlichkeitswirksam präsentiert werden, um das Handwerk für die mit der Digitalisierung einher­gehenden Chancen zu sensibilisieren.

# Mobiler digitaler Wegweiser

Um den Unternehmen einen schnellen, barrierefreien Erstzugang zu grundlegenden Informationen und einen Erstüberblick zur Förderstruktur und zu Ansprechpartnern zu geben, soll ein mobiler digitaler Wegweiser die Summe des Dienstleistungsangebotes des Thüringer Kompetenzzentrums Wirtschaft
4.0 abbilden.
# Digitalisierungslotse
Verstärkte Bewerbung des sog. Digitalisierungslotsen als eine Form der Intensiv­beratung von Unternehmen zu Digitalisierungsfragen auf der Grundlage von Förderangeboten des Bundes (go-digital) und des Landes (Beratungsrichtlinie).

# Digitale Handwerks-Schaufenster

Initiierung von bis zu vier sogenannten Digitalen Handwerks-Schaufenstern, bei denen die in Handwerksbetrieben bereits umgesetzten digitalen Technologien und Produktionsprozesse erlebbar gemacht werden.

# Ausstattung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten mit digitalen Technologien

Initiative zur Ausstattung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) mit digitalen Technologien auf der Grundlage entsprechender Förderangebote des Bundes (Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung) und des Landes (GRW-Richtlinie).

 


 

Die wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk steht seit vielen Jahren im Zeichen des Aufschwungs und die Ergebnisse der Konjunkturumfragen bewegen sich auf einem Rekordniveau, wie es zuvor nur in den Aufbaujahren nach der politischen Wende erreicht wurde. Insgesamt waren in Thüringen zum Jahresende 2016 30.474 Betriebe in die Handwerksrolle eingetragen. In den Thüringer Handwerksbetrieben waren im vergangenen Jahr 151.200 Personen beschäftigt, darunter 6.451 Lehrlinge in der Ausbildung.

Gleichwohl steht das Thüringer Handwerk auch vor strukturellen Heraus­forderungen, denen es sich in den nächsten Jahren zu stellen hat. Sie ­resultieren vor allem aus der vergleichsweise kleinteiligen Betriebsstruktur
im Thüringer Handwerk.

So liegt in Thüringen die durchschnittliche Betriebsgröße im Handwerk bei nur rund 6,7 Beschäftigten je Unternehmen, während sie im gesamtdeutschen Durchschnitt bei rund 8,6 Beschäftigten je Unternehmen liegt. Neben Fachkräftesicherung, Innovationen und Nachhaltigkeit als wesentliche Herausforderungen, denen sich auch die Handwerksunternehmen stellen müssen, ist die Digitalisierung aufgrund ihres Querschnittscharakters gegenwärtig
ein zentraler Schlüssel im Hinblick auf den Erhalt und die Steigerung der ­Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Der Digitalisierungsprozess durchdringt mehr oder weniger alle Wirtschafts­bereiche des Handwerks – praktisch alle Gewerke sind hiervon betroffen, wenn auch je nach den gegebenen Produktions- und Marktstrukturen in unterschiedlicher Weise. Die Trends im Handwerk sind im Wesentlichen durch die Digitalisierung im unmittelbaren Lebensumfeld der Kunden und Verbraucher geprägt. Smart Home und Smart Living sind technologische Treiber und der Kunde wiederum erwartet funktionierende digitale Kommunikationskanäle.

Für das Handwerk ergeben sich durch die neuen Technologien auch deutliche Prozessverbesserungen zum Beispiel im Verwalten und Koordinieren. Auf
der anderen Seite können Handwerker durch neue Kooperationen auch völlig neue Dienstleistungsangebote schaffen und damit ihre Kunden enger an sich binden. Insbesondere dazu bedarf es aber flächendeckender Weiterbildung und Qualifikation der Beschäftigten in den Handwerksbetrieben.

Die zur Nutzung der Chancen der Digitalisierung erforderliche Anpassung von Geschäftsmodellen, Produktionstechnologien und -prozessen sowie notwendige Qualifizierung und Weiterbildung der Beschäftigten stellt die Betriebe vor gewaltige Herausforderungen. Daher ist es wichtig, dass sich das Handwerk diesen Herausforderungen stellt und dass es auf dem Weg der Digitalisierung eine Unterstützung erfährt.
Die Thüringer Landesregierung und das TMWWDG im Besonderen unterstütz­ten das Handwerk bei der Bewältigung dieser Herausforderungen daher in vielerlei Hinsicht im Rahmen ihrer Fördermöglichkeiten.

Bereits mit vielfältigen laufenden Maßnahmen setzt die Landesregierung bei der Flankierung der digitalen Transformationsprozesse auf die Schaffung digitalisierungsfreundlicher Rahmenbedingungen.