Vision

Durch die Nutzung digitaler Technologien, die den Mehrwert für die Menschen in den Mittelpunkt stellen, fördern wir die Verbesserung der medizinischen
Versorgung, insbesondere auch in den ländlichen Regionen Thüringens.

 

Wesentliche Maßnahmen dieses Handlungsfelds

# Gründung Arbeitsgruppe „Telemedizin in Thüringen“

Aufbau einer einheitlichen Kommunikation und Förderung der Akzeptanz
von Telemedizin bei den Akteuren und in der Öffentlichkeit, Begleitung und Koordinierung von Projekten, Mitwirken bei der Einführung von Projekten in
die medizinische Versorgungslandschaft, Beförderung von Netzwerkstrukturen und Koordination übergeordneter Fragen.

# Telemedizinische Versorgungsnetzwerke

Aufbau von patientenzentrierten telemedizinischen Netzwerken mit unmittelbarem Nutzen für die medizinische Behandlung. Schwerpunkte sind die medizinische Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen, die Versorgung im ländlichen Raum und die Notfallversorgung. Die Stellung
eines telemedizinischen Zentrums innerhalb der Netzwerke ist zu klären.

# Telekonsile und Expertennetzwerke

Nutzung von Kommunikationstechnik im Rahmen der Telematik-Infrastruktur zur Prozessoptimierung in der Abstimmung zwischen Fach- und Hausärzten mit dem Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung außerhalb der Ballungsräume zu verbessern.

# Elektronischer Medikationsplan, Arzneimittelsicherheit

In Thüringen und Sachsen wird das Modellvorhaben ARMIN (Arzneimittel­initiative Sachsen-Thüringen) nach § 63 SGB V gemeinsam mit der AOK PLUS,
den Landesapothekerverbänden und Kassenärztlichen Vereinigungen durchgeführt. Entsprechend E-Health-Gesetz (31a SGB V) ist die Einführung eines elektro­nischen Medikationsplans vorgegeben. Es soll untersucht werden, wie das Modellprojekt in Thüringen flächendeckend für alle Versicherten ­einge-
führt werden kann. Darüber hinaus sollen in Umsetzung des § 31a SGB V die bisherigen Erfahrungen genutzt und Doppelentwicklungen vermieden werden.

# Tele-Neurologie-Netzwerk (TeNT ICU)

Das Projekt unterstützt die fachneurologische Versorgung von Patienten
mit primären oder sekundären Hirnschäden auf Intensivstationen in Kranken­häusern ohne eigene neurochirurgische/neurologische Abteilungen und
auch von Epilepsiepatienten. Intensivmedizinisch erfahrene Klinikneurologen (Zusatzqualifikation: neurologische Intensivmedizin) werden Patienten ­telemedizinisch untersuchen und die weiteren diagnostischen und thera­peutischen Schritte interdisziplinär mit den Ärzten im behandelnden
Krankenhaus besprechen.

 


 

Die digitale Unterstützung der Patientenversorgung eröffnet große Chancen insbesondere für den ländlichen Raum und die alternde Bevölkerung.

Telemedizinische Lösungen erhöhen nicht nur die Behandlungsqualität und den Komfort, sie erlauben auch eine günstigere Versorgung. Die Offenheit älterer Menschen für neue E-Health-Technologien ist dabei relativ hoch:
Schon heute nutzt mehr als ein Drittel der 60- bis 69-Jährigen das Internet zur Kommunikation mit Arzt und Kasse und mehr als 70 Prozent planen,
dies in Zukunft zu tun (McKinsey & Company, 2014).

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens umfasst unter anderem die ­Verbesserung der medizinischen Versorgung in Notfällen, die Optimierung der Rettungskette durch bessere Vernetzung von Rettungsleitstellen, die Vereinfachung der ambulanten Versorgung durch Online-Sprechstunden sowie den digitalen Austausch von Daten zwischen Patient, Arzt und Apotheke.
Die ­Digitalisierung des Gesundheitswesen bietet einerseits viele Chancen, weist aber andererseits im Vergleich zu anderen Branchen derzeit noch
einen niedrigen Digitalisierungsgrad auf.

Mit dem Bundesgesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) wurde deshalb ein konkreter Plan für den breiten Ausbau digitaler Anwendungen im Gesundheitsbereich festgelegt. Höchste Sicherheitsstandards im Gesundheitswesen sollen die Akzeptanz ­digitaler Anwendungen, z. B. auf der elektronischen Gesundheitskarte, stärken.

Um nutzbringende telemedizinische Anwendungen in die Fläche und insbesondere auch die ländlichen Gebiete zu bringen, muss sichergestellt sein, dass die verschiedenen IT-Systeme auch miteinander kommunizieren können. Die Gesellschaft für Telematik (gematik) wurde daher verpflichtet, ein Inter­operabilitätsverzeichnis zu erstellen, das die von den verschiedenen IT-Systemen im Gesundheitswesen verwendeten Standards transparent macht
(www.vesta-gematik.de). Durch Festlegungen des E-Health-Gesetzes sollen bis Ende 2018 die Voraussetzungen geschaffen werden, um Arztpraxen und Krankenhäuser flächendeckend an die Telematik­-Infrastruktur anschließen
zu können.

Durch den Ausbau telemedizinischer Angebote kann nicht nur der Zugriff auf medizinische Expertise erleichtert und der Austausch zwischen Ärzten verschiedener Fachbereiche gestärkt werden. Vor allem älteren, chronisch kranken und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen kann Telemedizin eine große Hilfe bieten. Neue Technologien sollen dabei stets zum Wohle des Patienten zum Einsatz kommen und es bedarf einer besonderen Berücksichtigung seiner Bedürfnisse. Dazu zählt, ihn als mündigen Patienten zu behandeln und Anforderungen an Daten- und Informationsschutz zu gewährleisten.